Stillen im Liegen

Stillen im Liegen

Stillen ist eine wunderbare Möglichkeit, eine enge Bindung zu deinem Baby aufzubauen und es mit allem Notwendigen zu versorgen. Doch es kann auch eine Herausforderung sein, wenn dein Baby gerade besonders oft an die Brust will, viel nuckelt oder sehr lange stillt. Besonders nachts, wenn wir selber müde sind, kann das sehr anstrengend sein. Meine Empfehlung hier ist: Mach es dir so einfach wie möglich.
Es gibt viele verschiedene Stillpositionen, von der Wiegehaltung bis zum Football-Griff, aber für die Nacht ist diese Position besonders praktisch: Das Stillen im Liegen. Warum? Dafür sprechen viele Gründe.

Hier findest du einige Vorteile des Stillens im Liegen:

 

  • Schmerzfrei: Auch für Mütter mit Geburtsverletzungen oder nach einem Kaiserschnitt ist das Stillen im Liegen oft schmerzfrei möglich.
  • Passt super fürs Wochenbett: Diese Position eignet sich hervorragend für die Zeit nach der Geburt. Da sollt ihr das Bett ja eigentlich eh nicht großartig verlassen.
  • Bonding: Nackt kuscheln geht beim Stillen im Liegen prima, da großflächiger Hautkontakt möglich ist und ihr euch aber trotzdem nach Bedarf zudecken könnt.
  • Gechillt: Besonders nachts ist es einfach, das die Mutter nicht aufstehen muss. Beim Stillen im Liegen ist es sogar möglich beide Brüste anzubieten, ohne das Baby auf die andere Seite zu legen.
  • Einschlafstillen: Die Position ist perfekt, um das Baby an der Brust einschlafen zu lassen. Wenn ihr im Familienbett schlaft, könnt ihr einfach liegen bleiben und weiterschlummern. Bei nächtlichem Hunger oder Unruhe kann ohne Verzögerung reagiert werden. Meist muss das Baby sich gar nicht groß bemerkbar machen.
  • Kein rumhieven: Auch größere und schwerere Stillkinder müssen nicht gehoben und gehalten werden. Ist auch meist angenehmer für den Rücken, als bspw. auf der Bettkante sitzend zu Stillen.

Und die Nachteile?

Gibt es eigentlich keine. Klar, dass Stillen im Liegen ist nicht in der Öffentlichkeit umsetzbar. Aber bei Freunden oder Familie zu Hause ist es meistens auch machbar.
Stillende Mama

Wie klappt das Stillen im Liegen am besten?

Auch, wenn das Stillen etwas ganz natürliches ist, klappt es manchmal nicht auf Anhieb. Und auch nicht direkt in jeder Position. Das gilt auch für das Stillen im Liegen. Es darf geübt werden. Oft habe ich Mamas in meinen Schlafberatungen, die meinen im Liegen zu Stillen klappt bei ihnen einfach nicht. Das kann schon erst mal sein. Doch üben lohnt sich. Denn wenn es dann ohne Schwierigkeiten klappt, kann das liegende Stillende eine riesen Erleichterung bringen – besonders nachts. Anfangs kann einfach von der üblichen Stillposition ab und zu zum Liegen gewechselt werden. Gerne Geduld haben, es kann schon etwas dauern. Gerade sehr kleine Babys haben anfangs manchmal Schwierigkeiten, die Brustwarze richtig zu erwischen.
TIPP: Wenn es nachts im Dunkeln nicht so gut klappt, ein rötliches Nachtlicht * verwenden. Das rote Licht wirkt nicht anregend, sondern beruhigend und kann so dabei helfen, besser wieder in den Schlaf zu finden.

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Um die Stillposition für Mutter & Kind so angenehm wie möglich zu machen, sollte auf folgende Punkte geachtet werden:
Mama und Baby liegen Bauch an Bauch, einander zugewandt. Das Köpfchen ist auf Höhe der Brustwarze und das Baby liegt nicht auf dem Rücken. Sonst muss es beim Trinken immer den Kopf drehen, daher bitte in Seitenlage. Unterstützend kann hinter das Baby ein Stillkissen oder ein gerolltes Handtuch gelegt werden. Auch viele Mütter finden es deutlich bequemer, sich ein Stillkissen als Stütze in den Rücken zu legen. Ein kleines Kissen zwischen den Knien kann auch sehr angenehm sein. Die Mutter legt ihren Kopf auf ihrem Arm ab, oder stütz sich auf den Arm. Mit der anderen Hand kann das Baby am Rücken gestützt werden. Wichtig: Das Baby kommt zur Brust und nicht umgekehrt.

Und wenn das Baby beim Stillen einschläft?

Dann ist das prima. Einschlafstillen ist die natürlichste Art überhaupt, ein Baby in den Schlaf zu begleiten. Wichtig: Das Baby muss für ein Bäuerchen nicht zwingend aufgeweckt werden. Nicht jedes Baby braucht immer in Bäuerchen nach jeder Mahlzeit. Solange das Baby nicht viel spuckt oder Bauchschmerzen hat, darf es gern liegend in den Schlaf stillen und einfach weiterschlummern.

Stillst du nachts im Liegen? Hinterlasse gern einen Kommentar.

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Liebevoll die Flasche geben

Liebevoll die Flasche geben

Eines vorab: Es ist völlig egal, ob du dein Kind stillst, mit der Flasche Muttermilch oder Pre-Nahrung gibst, oder abpumpst… Liebe, Bindung & Urvertrauen haben nichts damit zu tun, wie du dein Kind ernährst. Ob Flasche geben oder stillen – die Entscheidung darüber liegt alleine bei dir. Lass dich bitte nicht verunsichern.

Trotzdem ist es gut, die Flasche so bindungsorientiert wie möglich zu geben. Stichwort dafür ist:

PACED BOTTLE FEEDING – Achtsam die Flasche geben

Das bedeutet so viel wie achtsam die Flasche geben. Es geht darum, das Trinken aus der Flasche so ähnlich zu gestalten wie das Stillen. Es sollte der kleinste Sauger verwendet werden. Das Baby soll auf dem Arm liegend gefüttert werden, eher aufrecht (so, dass nur der Sauger vorne vollläuft) und zwar von einer Bezugsperson. Auch wenn das Baby die Flasche schon selber halten könnte. Die Flasche wird waagerecht oder nur ganz leicht schräg gehalten. Einerseits fließt so die Milch langsamer aus der Flasche, gleichzeitig wird mit viel Körperkontakt gefüttert. Das sorgt für die Ausschüttung von Oxytocin.

Schön ist auch, das Kind mit maximalem Hautkontakt zu füttern. Also mit nacktem Oberkörper und Baby nur in der Windel die Flasche geben.

Der kleine Sauger ist auch hilfreich, um den Milchfluss zu verringern. So muss das Baby sich mehr anstrengen. Das kann zusätzlich helfen, Saugverwirrungen zu verhindern.

Beim Füttern sollte möglichst viel Blickkontakt mit dem Baby aufgenommen werden und darauf geachtet werden, welche Signale es aussendet. Pausen machen. Eine Flaschenmahlzeit sollte in der Regel 15-20 Minuten dauern. Nach der Hälfte bitte die Möglichkeit für ein Bäuerchen anbieten, dann die Seite wechseln.

Flasche zubereiten

Bitte bereite die Flasche immer genau nach den Angaben auf der Packung zu. Mehr Wasser, oder mehr Pulver ist unnötig. Wieviel dein Baby tatsächlich trinkt, kann allerdings von den Angaben auf der Packung abweichen. Auch beim Flasche geben gilt: Immer nach Bedarf füttern. Also dann, wenn dein Baby Hungerzeichen zeigt. Bitte keine bestimmten Abstände einhalten.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Hinterlasse mir gern einen Kommentar.

Das Steinzeitbaby oder warum dein Baby nicht schläft

Das Steinzeitbaby oder warum dein Baby nicht schläft

Woher kommt der Begriff Steinzeitbaby?

Früher zogen die Menschen als Jäger und Sammler durch die Savanne. Sie waren viel in Bewegung und schliefen draußen. Unsere Babys sind auch heute noch auf dieses Leben gepolt. Daher das Steinzeitbaby.

Sie wollen instinktiv in der Nähe einer erwachsenen Person sein. Das bedeutet Sicherheit. Durch Körperkontakt stellen unsere Kinder sicher, dass da jemand ist, der sie umsorgt. Der ihnen Milch gibt, für die richtige Temperatur sorgt, sie beschützt und mitnimmt, wenn der Clan weiterzieht. Sie wissen nicht, dass sie sich in einem Zimmer mit 4 Wänden befinden und die Eltern nur eine Tür weiter sind. Das ist der Grund dafür, dass Babys häufig nur auf ihren Eltern oder in dessen Armen schlafen wollen und am liebsten getragen werden. Durch häufiges Aufwachen checken sie, ob diese Sicherheit noch gegeben ist.

Das Babys durchschlafen ist also eher ungewöhnlich und es ist von der Natur so gewollt, dass Babys oft aufwachen. Babyschlaf ist evolutionsbedingt einfach anders als der Schlaf von Erwachsenen.

Wie schlafen Babys?

„Ich habe geschlafen wie ein Baby“. Eigentlich sollte dieser Satz dafür stehen, dass man eine anstrengende Nacht hatte. Denn Babys schlafen ganz anders als Erwachsene. Sie wachen häufig auf, sie brauchen nachts viel Nahrung und sie benötigen die Nähe einer Bezugsperson, um sich sicher zu fühlen.

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